Wenn du in deinem Betrieb mit Automatisierung anfängst, stehst du früher oder später vor derselben Frage: n8n oder Make? Beide Tools versprechen dir, Prozesse zu automatisieren, ohne dass du programmieren kannst. Und beide Tools halten dieses Versprechen – aber für völlig unterschiedliche Betriebe.
Hier kommt ein ehrlicher Vergleich, wie wir ihn in der Region Bad Tölz-Wolfratshausen und darüber hinaus tagtäglich erleben.
Der größte Unterschied zwischen n8n und Make liegt nicht im Funktionsumfang. Er liegt darin, wie die beiden Tools zählen.
Laut Justinkeirath (2026): Make zählt jede einzelne Operation – also jedes Modul, das in einem Workflow ausgeführt wird. n8n hingegen zählt eine Workflow-Ausführung als Ganzes, egal wie viele Schritte darin stecken. Das klingt nach einem technischen Detail, wird aber schnell zum Kostenproblem.
Ein konkretes Beispiel: Du hast einen Workflow, der eine neue Kundenanfrage empfängt, in dein CRM schreibt, eine E-Mail verschickt, einen Eintrag in Google Sheets anlegt und eine Slack-Nachricht auslöst – das sind bei Make fünf Operationen. Bei n8n: eine Ausführung. Laut ConnectSafely.ai (2026) kann n8n für komplexe Workflows mit vielen Schritten 10–20x günstiger sein als Make.
Für einfache Workflows mit wenigen Schritten ist Make dagegen oft günstiger und schneller eingerichtet. Das ist der ehrliche Stand.
Unser Fazit für Kriterium 1:
Das ist der Punkt, an dem viele Vergleiche aufhören. Dabei fängt hier das Interessante erst an.
Reine Automatisierung – also Daten von A nach B schieben, Formulare auslösen, Benachrichtigungen verschicken – kannst du mit beiden Tools machen. Aber sobald du KI in deine Prozesse einbinden willst, zum Beispiel um eingehende Anfragen zu klassifizieren, Angebote automatisch zu formulieren oder Kundendaten intelligent auszuwerten, braucht es ein Tool das flexibel genug ist, um mit APIs wie der Claude API oder OpenAI zu sprechen.
Hier zeigt sich n8n im Vorteil. Die Self-Hosted-Variante erlaubt dir volle Kontrolle darüber, welche KI-Modelle du anbindest – ob OpenAI, Mistral oder ein lokal laufendes Modell via Ollama. Du bist nicht an einen bestimmten Anbieter gebunden, und deine Daten verlassen nicht zwingend dein System. Für Handwerksbetriebe oder Dienstleister in Bayern, die sensible Kundendaten verarbeiten, ist das kein unwichtiger Punkt.
Make hat KI-Integrationen ebenfalls im Angebot, aber die Anbindung eigener Modelle oder lokaler Instanzen ist deutlich eingeschränkter.
Was das im Arbeitsalltag bedeutet:
Ein Sanitärbetrieb aus Holzkirchen hat durch die Kombination aus n8n und der OpenAI API seinen Angebotsprozess automatisiert. Eingehende Anfragen über das Kontaktformular werden automatisch kategorisiert, relevante Daten aus dem CRM gezogen und ein Angebotsentwurf generiert – der Mitarbeiter prüft und schickt ab. Ergebnis: 70% weniger manueller Aufwand bei der Angebotserstellung, ohne dass ein Entwickler dauerhaft involviert ist. Wer sich das für das eigene Handwerksunternehmen vorstellen kann, findet unter /projects/ki-angebotserstellung-handwerk ein konkretes Beispiel aus unserer Praxis.
Meinungsstarke Aussage, die wir so stehen lassen: Die meisten Automatisierungstools werden als "KI-ready" verkauft – aber KI-ready bedeutet nicht dasselbe wie KI-tauglich. Wer ernsthaft KI in seine Workflows integrieren will, braucht ein Tool, das nicht bei der ersten komplexen API-Anfrage schlapp macht.
Das ist die Frage, die vor einer Entscheidung gestellt werden muss, aber selten gestellt wird.
Make ist Cloud-only. Du meldest dich an, baust deinen Workflow, fertig. Kein Server, keine Updates, kein technisches Wissen notwendig. Das ist ein echter Vorteil für kleine Betriebe, die niemanden haben, der sich um Infrastruktur kümmert.
n8n gibt es in einer Cloud-Version (ähnlich Make) und als Self-Hosted-Variante. Die Self-Hosted-Variante ist erheblich günstiger – laut Exponentieller Wandel (2026) hat der Wechsel von Zapier Pro (rund 220 €/Jahr für 1.500 Tasks/Monat) zu n8n Self-Hosted die Infrastrukturkosten auf ca. 221,76 €/Jahr gesenkt – für zwei vollständige Server-Instanzen mit unbegrenzten Ausführungen. Das ist ein anderes Preisniveau.
Aber Self-Hosted bedeutet: jemand muss den Server aufsetzen, Backups einrichten, Updates einspielen. Das ist kein Hexenwerk, aber es braucht entweder internes Know-how oder einen Partner der das übernimmt.
Echter Nachteil, den du kennen solltest: n8n Self-Hosted klingt verlockend günstig – und das ist es auch. Aber wenn dein Workflow irgendwann ausfällt und niemand in deinem Betrieb weiß wie man einen Linux-Server neu startet, hast du ein Problem. Die Kostenersparnis kann schnell durch Ausfallzeit oder externe Hilfe aufgefressen werden. Das ist kein Grund gegen n8n, aber ein Grund dafür, die Betreiberfrage ehrlich zu beantworten bevor du anfängst.
Softstorm-Beobachtung: Bei 8 von 10 unserer Automatisierungsprojekte war nicht die Tool-Wahl der erste Engpass, sondern die Frage wer im Betrieb die Workflows langfristig pflegt. Wer das vor dem Start klärt, spart sich die meisten Probleme.
Wenn du wissen willst, welches Tool konkret zu deinem Betrieb in der Region Wolfratshausen, Miesbach, Geretsried oder Rosenheim passt – und wie du Automatisierung so aufbaust, dass sie auch in zwei Jahren noch läuft – dann ist ein kurzes Gespräch oft mehr wert als jeder Vergleichsartikel.
Wir analysieren deine Prozesse, erkennen Automatisierungspotenziale und zeigen dir, welche digitalen Systeme wirklich Sinn ergeben.